Ein Jahrgang der Extreme: Das Weinjahr 2024
Das Jahr 2024 begann mit einem außergewöhnlich warmen März und April, die zu einem frühen Austrieb der Reben führten. In den Nächten des 22. und 23. April wurden sowohl Ananlena und Felix als auch die Reben auf eine harte Probe gestellt: Ein unerwarteter Spätfrost überzog die Weinberge und sorgte für bange Stunden. Besonders der Würtzberg und der Herrenberg waren stark betroffen. Der sonst so schützende Saar-Nebel konnte die jungen Triebe diesmal nicht bewahren.
Die Herausforderungen nahmen jedoch kein Ende. Im Mai traf großflächiger Hagel die Weinberge und setzte den Reben zusätzlich zu. Die häufigen Niederschläge förderten die Ausbreitung von Pilzkrankheiten, was eine intensive Pflege der Reben erforderte. Die Blüte litt unter den kühlen Temperaturen und den anhaltenden Regenfällen, wodurch sie sich spürbar verzögerte.
Auch der Sommer brachte weiterhin ergiebige Regenfälle. In Kombination mit der Wärme wuchsen nicht nur die Reben prächtig, sondern auch die Begrünung im Weinberg. Selten war die Arbeit in den Weinbergen so aufwendig und herausfordernd. Doch trotz aller Widrigkeiten formte die Natur einen Jahrgang, der einzigartig und charakterstark ist – ein echtes Spiegelbild der Unberechenbarkeit des Wetters.
Sorgfältige Lese und präzise Selektion
Zur Lese fanden man Trauben in drei unterschiedlichen Reifegraden an den Rebstöcken. Eine äußerst sorgfältige Selektion war notwendig, um sicherzustellen, dass nur gesunde und vollreife Trauben in die Kelter gelangten. Dies führte zwar zu erheblichen Mengenverlusten im Vergleich zu einem „normalen“ Jahr, doch die Qualität stand für das Team vom Weingut Würtzberg an erster Stelle.
Im Kelterhaus konnte Felix mit diesen selektierten Trauben hervorragend arbeiten. Die spontane Gärung des Mostes verlief ruhig und harmonisch. Das Resultat sind klassische Würtzberg-Weine mit einer perfekten Balance aus Frische und Finesse. Intensive Fruchtaromen werden von einer feinen mineralischen Note begleitet – ein authentischer Ausdruck unseres Terroirs und unserer Leidenschaft für den Weinbau.
2024 mag ein herausforderndes Jahr gewesen sein, doch die entstandenen Weine zeigen eindrucksvoll, wie eng Natur und Handwerk miteinander verwoben sind.
Felix Heimes: Ein aufstrebendes Talent in der deutschen Weinszene
Der Gault&Millau Weinguide 2025 würdigt erneut die „Next Generation“ deutscher Winzerinnen und Winzer – engagierte Talente, die mit frischen Ideen und großer Leidenschaft neue Impulse in den Weinbau bringen. Unter ihnen ist Felix Heimes vom Weingut Würtzberg an der Saar, dessen Philosophie und Innovationsgeist ihn zu einem vielversprechenden Vertreter seiner Generation machen.
Die Leidenschaft für Wein: Eine Familientradition
Felix Heimes' Begeisterung für Wein wurde ihm gewissermaßen in die Wiege gelegt. Inspiriert von seinem Großvater, der als Hausarzt eine besondere Passion für guten Wein entwickelte, wuchs Felix mit einer tiefen Wertschätzung für das Naturprodukt Wein auf. Sein Großvater besuchte Weingüter, probierte sich durch die Keller und füllte jene Weine ab, die ihn überzeugten – ein Genussmensch, der diese Liebe an seine Familie weitergab. Diese Prägung war für Felix ein entscheidender Impuls, selbst den Weg in den Weinbau einzuschlagen.
Ein Blick in die Zukunft: Chardonnay an der Saar
Obwohl das Weingut Würtzberg traditionell für seine Rieslinge bekannt ist, hat Felix Heimes eine besondere Vorliebe für Chardonnay. Dieser fehlt bisher im Sortiment, doch das soll sich bald ändern: 2022 wurden die ersten Chardonnay-Reben im Serriger Herrenberg gepflanzt. Noch braucht es einige Jahre bis zur ersten nennenswerten Ernte, doch das Ziel ist klar: ein klassischer Ausbau im Holz sowie die Herstellung eines Blanc-de-Blanc-Sekts. Damit setzt Felix einen neuen Akzent im Weingut und bringt frischen Wind in die traditionsreiche Region.
Überraschendes Food Pairing: Riesling trifft auf Steak
Ein spannender Aspekt seiner Weinphilosophie ist das Spiel mit unerwarteten Kombinationen. So empfiehlt Felix, eine gereifte Riesling Spätlese oder Auslese aus dem Herrenberg mit einem gegrillten Steak zu kombinieren. Die charakteristischen Reifearomen – von Petrolnoten über Honig bis hin zu Trockenfrüchten – gepaart mit der Restsüße und prägnanten Säure des Rieslings, harmonieren überraschend gut mit den rauchigen und würzigen Aromen des Fleisches. Eine unkonventionelle Kombination, die es sich auszuprobieren lohnt.
Die Philosophie: Low-Intervention und handwerkliche Präzision
Für Felix Heimes steht eine naturnahe Weinbereitung im Fokus. Seine Philosophie basiert auf Low-Intervention-Methoden, die es ermöglichen, den Charakter der Steillagenweine authentisch zum Ausdruck zu bringen. Jedes Jahr bringt neue Herausforderungen, doch das Ziel bleibt unverändert: Weine auf höchstem Niveau zu kreieren, die sowohl in ihrer Jugend Trinkfreude bereiten als auch über ein hervorragendes Reifepotenzial verfügen.
Balance zwischen Weinberg und Privatleben
Neben der Arbeit im Weinberg ist für Felix der enge Kontakt zu Freunden und Familie essenziell. Auch in intensiven Zeiten, wie während der Weinlese, bleibt der Austausch über digitale Kanäle bestehen. Ein wichtiger Ausgleich im Alltag ist zudem seine Hündin Nova, die für ihn die perfekte Balance zwischen Beruf und Privatleben schafft.
Felix Heimes zeigt eindrucksvoll, wie Tradition und Innovation Hand in Hand gehen können. Mit seiner Vision und seinem Engagement prägt er nicht nur das Weingut Würtzberg, sondern auch die Zukunft des deutschen Weinbaus.
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